Ayurvedische Medizin
Wenn man durch minimale Willenskraft mit den Zehen wackeln kann, warum kann man dann die biologische Uhr nicht zurückdrehen? Wenn man für den Augenblick leben könnte, würde man den Geschmack der Ewigkeit sehen, und wenn diese Erfahrung der Ewigkeit verstoffwechselt wird, altert der Körper nicht. Ayurveda ist die Wissenschaft des Lebens und hat einen sehr grundlegenden, einfachen Ansatz, nämlich dass wir Teil des Universums sind und das Universum intelligent und der menschliche Körper Teil des kosmischen Körpers ist, und der menschliche Geist ist Teil des kosmischen Geistes, und Atom und Universum sind genau gleich, aber von unterschiedlicher Gestalt, und je mehr wir in Berührung mit dieser tieferen Realität stehen, aus der alles kommt, um so mehr werden wir im Stande sein, uns selber und zur gleichen Zeit unseren Planeten zu heilen. "
(Deepak Chopra ).
Ayurvedische Medizin ist ein "alternativer" medizinischer Ansatz, der Behauptungen zufolge die traditionelle Medizin Indiens darstellt. Ayurveda wird aus zwei Sanskrit-Begriffen gebildet: ayu bedeutet "Leben" und veda "Wissen" oder "Wissenschaft". Da diese Technik angeblich etwa 5000 Jahre alt sein soll, könnte es sein, dass das, was in ihrem Rahmen als Wissen oder Wissenschaft betrachtet wird, nicht deckungsgleich mit den neuesten der westlichen Medizin zugänglichen Erkenntnissen ist.
Jedenfalls wurden die meisten antiken Behandlungsmethoden nicht schriftlich festgehalten - und was sich heute traditionelle indische Medizin nennt, wurde zum größten Teil in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts von jenem Maharishi Mahesh Yogi entwickelt, der auch die Transzendentale Meditation in den Westen brachte. Ayurveda-Behandlungen sind hauptsächlich ernährungs- und kräuterorientiert. Die Patienten werden nach Körpertypen (prakriti) eingeteilt, die je nach den Proportionen der drei doshas bestimmt werden. Diese doshas regulieren angeblich die Harmonie von Körper und Geist. Beschwerden und Krankheiten werden als Auswirkungen eines Ungleichgewichts der doshas betrachtet.
Die Behandlung zielt auf die Wiederherstellung von Harmonie oder Gleichgewicht im Körper-Geist-System. Vata, bestehend aus Luft und Raum, steuert demzufolge alle Bewegungen von Geist und Körper und muss in einem stabilen Gleichgewicht gehalten werden. Zuviel Vata führt zu "Sorgen, Schlaflosigkeit, Krämpfen und Verstopfung ... Vata steuert den Blutkreislauf, die Ausscheidungen, die Atmung und die Bewegung der Gedanken durch den Geist." Vata steuert darüber hinaus noch zwei weitere Prinzipien, pitta und kapha. Pitta besteht aus Feuer und Wasser; laut Ayurveda kontrolliert es "die gesamte Hitze, den Metabolismus und die Verwandlung in Geist und Körper. Es kontrolliert unsere Verdauung, die Verarbeitung von Sinneswahrnehmungen und unsere Unterscheidung zwischen richtig und falsch."
Auch pitta muss im Gleichgewicht gehalten werden. "Zuviel [pitta] kann zu Zorn, Kritik, Geschwüren, Ausschlag und Haarausfall führen." Kapha besteht aus Erde und Wasser. Es "lenkt die gesamte Struktur und Schmierung in Körper und Geist. Es steuert Gewicht, Wachstum, Schmierung für Gelenke und Lungen, und die Bildung aller sieben Gewebearten - Nährflüssigkeiten, Blut, Fett, Muskelmasse, Knochen, Mark und Fortpflanzungsgewebe." Zuviel kapha führt zu "Lethargie, Gewichtszunahme, besitzergreifendem Verhalten, Gefäßverengungen und Allergien."
Auf der Grundlage der obigen metaphysischen Physiologie empfiehlt es sich laut Ayurveda, die folgenden Dinge zu tun oder zu lassen: Um das kapha zufriedenzustellen, solle man scharfe Lebensmittel zu sich nehmen und süße meiden, mit Ausnahme von Honig, der aber nicht erhitzt werden darf. Tomaten und Nüsse sollte man beiseite lassen. Truthahn ist in Ordnung, aber lassen Sie die Finger von Kaninchen und Fasan. Falls Sie zu viel pitta haben sollten, versuchen Sie dies: Essen Sie süße Speisen und meiden Sie scharfe. Nüsse sind prima.
Zur Vata-Verminderung solle man süße, saure und salzige Speisen essen und scharfe links liegen lassen. Nüsse sind auch hier gut, ebenso Milchprodukte. Woher die obigen Erkenntnisse stammen oder wie man Behauptungen dieser Art überhaupt prüfen könnte, interessiert die Anhänger von Ayurveda offenbar nur wenig.


